SMS-Abzocke

Kurzmitteilungen auf dem Handy zu verschicken hat sich in den letzten Jahren zum Volkssport entwickelt. Natürlich dauerte es dann auch nicht lange bis die ersten unlauteren Geschäftemacher für sich entdeckten, wie sie das System nutzen konnten. 

„Alte Bekannte“

Die einfachste Art sind sogenannte Lockvogel-SMS die von einer „normalen“ Handy-Nummer aus abgeschickt werden. Absender ist scheinbar ein alter Bekannter oder eine alte Freundin, die zufällig in der Gegend ist und sich verabreden möchte. Sollte man eine alte Schulfreundin haben zu der der Name passt, hält man die Nachricht schnell für echt und schreibt zurück. Meistens meldet sich dann jedoch nicht Sandra mit den Sommersprossen aus der 6c, sondern eine fünfstellige Premium-SMS-Nummer, die Ihnen den Erhalt einer Erotischen MMS in Aussicht stellt, wenn Sie erstmal schnell Ihr Alter zurückschicken – natürlich zum Preis von 1,99 Euro pro SMS. Meistens geht es den Betreibern darum herauszufinden ob die Handynummer aktiv ist – wenn geantwortet wird, schicken sie gerne mehrere SMS in der Hoffnung, dass der Handybenutzer weich wird.

„Eine Nachricht für dich“

Ganz ähnlich funktioniert die Masche, Mobilbox-mäßige Mitteilungen per SMS zu versenden, „Eine Nachricht (gerne auch MMS oder Foto) wurde für dich hinterlegt, bitte den Download mit JA bestätigen“ - und schon hat man sich einen teuren Download oder gar ein Abonnement eingehandelt.

SMS-Chat mit Premium-Nummern:

Partnersuchende Singles registrieren sich auf einer typischen Datingwebsite und erhalten kurz darauf ein superliebes e-mail von einem anderen Single, gerne ein Männername in Verbindung mit einer Nummer, z.B. Jan47 oder Sascha23. In seinem ausgesprochen sympathischen humorvollem e-mail erzählt er, dass er sich wohl wieder von der Seite abmelden würde, aber auf einer bestimmten anderen Seite zu finden sei – dort sogar mit Bild! Die neugierig gewordene junge Dame meldet sich also auf der anderen Seite an, wo sie ihre Handynummer zur Anmeldung angeben muß – mit dem Hinweis, dass die erste SMS kostenfrei sei, alle weiteren jedoch 1,99 € kosten. Nun gut, denkt sie sich, sie schickt ihrem Sascha23 halt kurz eine SMS und bittet ihn um Anruf oder ein email. Erstaunlicherweise schreibt Sascha23 dann von einer sogenannten Premium-SMS-Nummer zurück, eine fünfstellige leicht zu merkende Nummer und teilt ihr zugleich mit, sie möge ihm bitte unter dieser Nummer weitere SMS schicken. Email-Adressen und Telefonnummern kommen angeblich bei ihm als Zeichensalat an. Eigentlich müssten spätestens jetzt alle Alarmglocken läuten, doch in der Hoffnung auf ein Date mit dem ausgesprochen hübschen jungen Mann werden fleißig weitere SMS geschrieben – für stolze 1,99 € pro Stück. Zum verabredeten Date erscheint Sascha23 natürlich nicht. Wer frühzeitig Lunte riecht und keine SMS mehr schickt, wird gerne mit weiteren SMS verfolgt mit Fragen wie „Warum meldest du dich nicht mehr? Ist alles okay bei dir?“

Finger weg von SMS-Chats mit Premium-Nummern! Auf seriösen Datingwebsites gibt es IMMER die Möglichkeit per email oder email-Formular kostenlos zu kommunizieren und wenn es schon SMS sein müssen, dann nur mit normalen Handynummern, die auch anrufbar sind. Hinter „Sascha23“ und anderen Premium-Nummern steckt immer ein System: Der Chat-Partner, „Moderator“ genannt, arbeitet von einem PC aus und chattet mit zahlreichen flirtwilligen Personen gleichzeitig – gegen Bezahlung. Ein guter „Moderator“ schreibt ca. 10000-15000 SMS monatlich, der Rekord liegt bei knapp 35000.

Teure Abonnements statt Gratis-SMS bzw. Free-SMS

Zahlreiche Websites bieten einen kostenlosen SMS-Versand oder günstige Pakete, die den Versand einer bestimmten Anzahl SMS zum Pauschalpreis ermöglichen. Dies kann sich durchaus lohnen, vor allem für Vielschreiber aber auch für Menschen die eher wenige SMS schreiben und mit den gratis angebotenenen SMS auskommen. Natürlich werden diese Angebote nicht nur aus reiner Menschenfreundlichkeit gemacht und sollte man genau hinsehen, worauf man sich einlässt. Erklärt man sich im Gegenzug für kostenlosen SMS-Versand bereit Werbung aufs Handy zu akzeptieren und wird dies deutlich angegeben, ist das vollkommen in Ordnung.

Vorsicht ist geboten bei Websites, die nicht nur mit kostenlosen SMS sondern gleich auch mit tollen Gewinnspielen locken – füllt man das Registrierungsformular aus, schließt man oft unwissentlich ein kostenpflichtiges Abo ab. Das „Kleingedruckte“ befindet sich oft gut versteckt in einem schlecht lesbaren Fliesstext oder gerade unterhalb des sichtbaren Bildschirms, wo kaum jemand auf den Gedanken kommt noch einmal zu scrollen. Und damit nicht genug: Kostet das Abo scheinbar nur 8 Euro im Monat (und vielleicht WOLLEN Sie es zu diesem Preis sogar haben weil es immer noch billiger ist als Ihr normaler SMS-Verstand), bestehen manche Firmen darauf, dass das komplette Abonnement mit einer Laufzeit von 12 oder 24 Monaten sofort bezahlt werden muß – und schickt Ihnen eine entsprechende Rechnung über 96 Euro oder mehr ins Haus. In der Regel natürlich auch erst dann wenn die gesetzlich vorgeschriebene Widerrufsfrist von zwei Wochen verstrichen ist.

 Zu empfehlende Anbierter:

Wenn Sie eine SMS kostenlos senden möchten, ist Setsms eine der besten Adressen. Wenn sie massenhaft Free SMS senden möchten, können wir ihnen das Angebot von Handymailen.de empfehlen. Wenn Sie einen seriösen Anbieter für Free SMS mit Absendererkennung suchen, besuchen Sie sms-expert.de. Weitere SMS ohne Anmeldung und ohne Abo können sie bei 5-sms.com versenden.